Bundesweit wird seit dem 01.01.2020 die generalistische Pflegeausbildung umgesetzt. Auch im Landkreis Haßberge ist dieses neue Ausbildungskonzept gut angelaufen.

 

Einführung der generalistischen Pflegeausbildung in Deutschland

Die neuen Ansätze im sehr umfangreichen Ausbildungsbereich der Pflege gehen auf eine Reform des Pflegeberufegesetzes zurück. Ziel der Reform ist es, allen Menschen, die sich für den Pflegeberuf interessieren, eine hochwertige und zeitgemäße Ausbildung anzubieten. Sie soll den breiten beruflichen Einsatzmöglichkeiten und den Entwicklungen in der Gesellschaft und im Gesundheitswesen Rechnung tragen.

Durch die Reform werden die Ausbildungen in der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zu einer neuen generalistischen Pflegeausbildung mit einheitlichem Berufsabschluss als "Pflegefachfrau/Pflegefachmann“ zusammengeführt. In der neuen Pflegeausbildung werden unter Berücksichtigung des pflegewissenschaftlichen Fortschritts übergreifende Kompetenzen zur Pflege von Menschen aller Altersgruppen und allen Versorgungsbereichen vermittelt: in Krankenhäusern, stationären Pflegeeinrichtungen und in der ambulanten Pflege. Damit stehen diesen Auszubildenden auch im Berufsleben mehr Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten offen. Zudem wird der generalistische Berufsabschluss auch in anderen Mitgliedsstaaten der EU anerkannt.

„Der mit der generalistischen Ausbildung eröffnete Zugang zu den verschiedenen Tätigkeitsfeldern der Pflege – von der Akutpflege über den ambulanten Bereich bis zur Langzeitpflege – ermöglicht es den Pflegefachkräften, ihre Berufstätigkeit noch besser an ihre eigene persönliche Entwicklung und Lebenssituation anzupassen.“, erklärt Dirk Niedoba, Schulleiter der Berufsfachschule für Pflege des Zweckverbands Haßfurt/Schweinfurt.

 

Umsetzung der generalistischen Pflegeausbildung im Landkreis Haßberge

„Natürlich muss so eine weitreichende Reform entsprechend gut vorbereitet werden und bedarf umfassender Abstimmungen.“, gibt Siegmund Klug, Schulleiter der Altenpflegeschule in Hofheim, zu bedenken. Daher wurden die an der Ausbildung beteiligten Parteien angehalten, sich im Rahmen sogenannter Ausbildungsverbünde zusammen zu schließen. „Im Landkreis Haßberge sind wir hierbei gut aufgestellt. Es besteht beispielsweise eine sehr enge Kooperation mit fachlichem Austausch der Berufsfachschulen des Zweckverbands in Haßfurt sowie der Altenpflegeschule in Hofheim. Darüber hinaus existieren bereits zahlreiche enge und vertrauensvolle Kooperationen mit ambulanten und stationären (Alten-)Pflegeinrichtungen im Landkreis. Derzeit bestehen im Landkreis zwei Ausbildungsverbünde. Diese Situation ist zwar nicht optimal, wird jedoch von allen Beteiligten gut angenommen. Eine Zusammenführung der beiden Verbünde ist aber in jedem Fall geplant und soll schnellstmöglich erfolgen, um noch mehr Synergien für die Schulen aber insbesondere die Partner in der Praxis zu erzeugen.“, so Klug weiter. „Wir können bereits jetzt durch die Zusammenschlüsse und Kooperationen den praktischen Einsatz in allen denkbaren und erforderlichen Pflegeeinrichtungen gewährleisten. Angehende Pflegefachkräften können so im Rahmen ihrer Ausbildung beispielsweise die Bereiche ambulant, stationär,  teilstationär für Neugeborene, Kinder, Jugendliche, Erwachsene sowie alte Menschen, in der Psychiatrie, der Tagespflege oder Kurzzeitpflege, dem Krankenhaus oder in Alten(pflege)heimen durchlaufen.“ ergänzt Niedoba.

Der erste Kurs der generalistischen Pflegeausbildung startete im Landkreis Haßberge Anfang September 2020 mit rund 50 Auszubildenden verteilt auf die Kranken- und die Altenpflegeschule. Am 01.04.2021 beginnt der nächste Kurs der Berufsfachschule für Pflege des Zweckverbands in Haßfurt, für welchen derzeit noch Plätze frei sind. Zudem beginnen Anfang September 2021 jeweils die nächsten Kurse in der Altenpflegeschule in Hofheim sowie der Berufsfachschule für Pflege des Zweckverbandes in Haßfurt.